Aktionswoche Schuldnerberatung

- 16.06.2025 - 

Es ist ein normaler Vormittag im Büro des Diakonischen Werks des evangelischen Kirchenbezirks Baden-Baden und Rastatt. Frau Müller sitzt etwas nervös auf einem Stuhl und wartet auf ihre Beratung. Sie hat sich endlich dazu durchgerungen, Hilfe zu suchen, um ihre finanzielle Situation in den Griff zu bekommen.

Es ist ein normaler Vormittag im Büro des Diakonischen Werks des evangelischen Kirchenbezirks Baden-Baden und Rastatt. Frau Müller sitzt etwas nervös auf einem Stuhl und wartet auf ihre Beratung. Sie hat sich endlich dazu durchgerungen, Hilfe zu suchen, um ihre finanzielle Situation in den Griff zu bekommen. Tobias Erd, ein erfahrener Insolvenz- und Schuldnerberater, begrüßt sie mit einem freundlichen Lächeln und lädt sie ein, Platz zu nehmen. Der erste Schritt in eine schuldenfreie Zukunft beginnt. 
 
Vom 2. bis 6. Juni 2025 lief die diesjährige Aktionswoche der Arbeitsgemeinschaft Schuldnerberatung unter dem Motto „Beste Investition – Finanzbildung. Wenn aus Minus Plus wird.“ Damit soll aufgezeigt werden, dass eine ausreichende Finanzbildung helfen kann, Überschuldung zu vermeiden. Das Diakonische Werk des evangelischen Kirchenbezirks Baden-Baden und Rastatt möchte mit diesem Bericht auf die Bedeutung der Schuldnerberatung aufmerksam machen und die Menschen für das Thema sensibilisieren. 
 
Frau Müller, eine alleinerziehende Mutter von zwei Kindern, gerät durch eine unerwartete Arbeitslosigkeit, hohe Mietkosten und den steigenden Lebenshaltungskosten in finanzielle Schwierigkeiten. Die Schulden häufen sich, und sie weiß nicht mehr weiter. In ihrer Verzweiflung wendet sie sich an die Schuldnerberatung des Diakonischen Werkes. Die Berater:innen nehmen sich ihrer Situation an und erarbeiten gemeinsam mit ihr einen detaillierten Haushaltsplan. Schritt für Schritt werden die Ausgaben analysiert und Einsparpotenziale identifiziert. Frau Müller lernt, wie sie ihre Finanzen besser organisieren und Prioritäten setzen kann. Mit der Unterstützung der Schuldnerberater:innen kann sie Ratenzahlungen mit ihren Gläubigern vereinbaren und ihre Schulden nach und nach abbauen. 
 
„Ich wusste nicht mehr weiter und hatte große Angst vor der Zukunft. Die Beratung hat mir gezeigt, dass es Wege und Möglichkeiten gibt aus der Schuldenfalle zu gelangen,“ erzählt Frau Müller. „Durch die Unterstützung habe ich gelernt, wie ich meine Finanzen besser im Blick behalten kann.“ Heute ist Frau Müller schuldenfrei und blickt optimistisch in die Zukunft. „Ich bin so dankbar für die Hilfe, die ich erhalten habe. Jetzt kann ich meinen Kindern eine sichere Zukunft bieten,“ fügt sie hinzu. Sie hat nicht nur ihre finanzielle Situation stabilisiert, sondern auch wertvolle Kenntnisse im Umgang mit Geld erworben, die ihr und ihren Kindern langfristig zugutekommen. 

Schulden sind kein Einzelfall

In Deutschland suchen jährlich knapp 600.000 Personen aufgrund von privater Überschuldung eine Schuldner- oder Insolvenzberatungsstelle auf. Bei der Schuldnerberatungsstelle des Diakonischen Werkes Baden-Baden und Rastatt konnten im Jahr 2024 ca. 250 Haushalte beraten werden. Diese Zahl spiegelt allerdings nicht den tatsächlichen Beratungsbedarf wider, was sich auch in den Wartungszeiten zeigt. Von der Kontaktaufnahme bis zum Beratungsbeginn ist mit einer Wartezeit von mindestens 7 Monaten zu rechnen. Täglich erreichen uns Anfragen von Betroffenen, die nicht in der Beratung aufgenommen sind, bezüglich verschiedenster Schuldenangelegenheiten. Insgesamt wurden im Jahr 2024 über 150 Pfändungsschutzkonto-Bescheinigungen ausgestellt. Diese Zahlen verdeutlichen den hohen Bedarf an Beratungsstellen und die wichtige Rolle, die diese Einrichtungen in der Unterstützung von Menschen in finanziellen Notlagen spielen. 
"Unsere Arbeit ist von großer Bedeutung, da wir Menschen in schwierigen finanziellen Situationen unterstützen und ihnen Wege aufzeigen können, um aus der Schuldenfalle zu entkommen,“ erklärt Tobias Erd. „Es ist wichtig, dass unsere Beratungsdienste eine ausreichende Finanzierung erhalten, um diese kontinuierlich anbieten zu können.“ 
 
Aktuell konzipieren wir ein Schuldenpräventionsprojekt für Schulen, das sich an Kinder im Alter von 12 bis 14 Jahren richtet. Ziel dieses Projekts ist es, junge Menschen frühzeitig über den verantwortungsvollen Umgang mit Geld aufzuklären und ihnen wichtige Finanzkompetenzen zu vermitteln. Durch interaktive Workshops und praxisnahe Übungen sollen die Schülerinnen und Schüler lernen, wie sie ihre Finanzen planen und Schulden vermeiden können. 

Sie möchten unsere Arbeit unterstützen? 

Ansprechpartner:innen

  

Herr Tobias Erd

Schuldner- und Insolvenzberater

Frau Marion Lambart

Schulden- und Insolvenzberaterin

Frau Regina Newkirk

Verwaltungsmitarbeiterin Schuldnerberatung

Frau Sabine Sudadze

Sozialarbeiterin

Herr Jürgen Zechiel

Leitung LeoFünf